Stufenpädagogik
Ziele der Wölflingsstufe
In der DPSG stehen die Wölflinge am Anfang einer für sie spannenden Entdeckungsreise,
in der sie vieles lernen, ausprobieren und erleben können.
Kinder stärken
Ziel in der Wölflingsstufe ist es, die Kinder für ihr Leben stark zu machen, damit sie es aktiv mitgestalten und ihr Tun reflektieren. Die Wölflinge werden in ihren Entscheidungen und ihrem Handeln durch die Leiterinnen und Leiter bestärkt und lernen dadurch immer mehr, Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen.
Mitbestimmung und Mitgestaltung
Die Entscheidungen in der Wölflingsgruppe werden gemeinsam getroffen
und umgesetzt. Mitbestimmung in der Wölflingsstufe bedeutet, dass das Leben in der Gruppe durch die Interessen und Bedürfnisse der Kinder
geprägt ist. In der Auseinandersetzung mit dem anderen wird sich der Einzelne seiner eigenen Standpunkte bewusst, werden gemeinsam Kompromisse
gefunden, findet „Wachsen“ durch gegenseitige Erziehung statt. In ihrer Gruppe, innerhalb des Stammes, in ihrer unmittelbaren Umgebung und – sofern möglich – in der Welt bekommen Wölflinge die Möglichkeit, mitzureden, mitzubestimmen und mitzugestalten. Engagiert setzen sie sich für ihre Interessen und die ihrer Gruppe ein. Sie wissen um ihre Kinderrechte und fordern sie ein. Sie erfahren gelebte Demokratie in der Gemeinschaft.
Werteerziehung
Die Werte des christlichen Glaubens geben den Wölflingen Orientierung, damit sie sich als gestärkte Persönlichkeiten auf eine spannende Entdeckungsreise begeben und erste Abenteuer erleben können. Die Grundlage im Umgang miteinander ist dabei die Wertschätzung gegenüber sich selbst, gegenüber anderen Menschen und gegenüber der Umwelt mit all ihren Facetten. Wölflinge erfahren, dass Gott für sie da ist. Innerhalb des Verbandes und auch im Kontakt mit der Gemeinde begegnen sie Menschen, die wichtige Inhalte unseres Glaubens vermitteln und vorleben. Christliche Werte werden für sie im Zusammenleben in der Gemeinschaft spürbar.
Ziele der Jungpfadfinderstufe
Ziel des Handelns im Jungpfadfindertrupp ist sowohl die persönliche Weiterentwicklung
ihrer Mitglieder als auch die Entwicklung des Trupps.
… für die Jungpfadfinderin und den Jungpfadfinder
In der Jungpfadfinderstufe setzt sich die Entwicklung der Jungen und Mädchen
zu starken, eigenständigen und selbstbestimmten Persönlichkeiten fort. Sie werden sich, gerade in der Zeit der Pubertät, ihrer eigenen starken Gefühle bewusst und mit ihnen konfrontiert. Für Leiterinnen und Leiter bedeutet dies, den Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfindern zu helfen, ihre eigenen Bedürfnisse zu kennen, zu entdecken, zu benennen und vertreten zu lernen. Sie können so lernen, selbstbestimmt und reflektiert zu handeln und die Konsequenzen ihres eigenen Handelns zu überblicken. Die kritische Auseinandersetzung mit Menschen und deren Meinungen fördert und fordert die Mitglieder der Jungpfadfinderstufe in ihrer Offenheit gegenüber anderen.
… für den Jungpfadfindertrupp
Einzelne finden in dem Trupp einen Ort der Sicherheit und des Vertrauens. Dies hilft ihnen und ermutigt sie, Rückschläge als Chance zu sehen und sich durch neue Erfahrungen weiterzuentwickeln. Durch diese Unterstützung lernen sie, auch anderen Mut zu machen. Im Jungpfadfindertrupp erleben Mädchen und Jungen, dass es sinnvoll ist, gemeinsam etwas voranzubringen. Sie erfahren, dass Einzelne im Trupp wichtig sind und durch gemeinsames Handeln mehr erreicht werden kann. Der Jungpfadfindertrupp entwickelt ein zunehmendes selbstbestimmtes Handeln. Er zeichnet sich durch Offenheit gegenüber neuen Mitgliedern, Entwicklungen und Meinungen aus. Dazu hilft ihnen die regelmäßige Reflexion und das Nachdenken über die Gruppe.
Ziele der Pfadfinderstufe
Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder geben und erfahren im Trupp Rückhalt und Vertrauen. Auf dieser Basis können sie sich ausprobieren und dabei Wagnisse eingehen sowie Grenzerfahrungen machen. ‚Wagt es‘ und die ‚Frankfurter Erklärung‘ bieten ihnen und ihren Leiterinnen und Leitern dabei eine Orientierung und ermöglichen die Entwicklung einer altersgemäßen Grundhaltung.
Jedes Truppmitglied trägt durch sein Mitwirken zur Entwicklung des Trupps bei; durch das gemeinsame Handeln in der Gruppe entwickelt sich jedes Truppmitglied weiter. Das Handeln des Trupps ist zunehmend selbstbestimmt und entspringt den Interessen und Bedürfnissen der Truppmitglieder.
Es liegt in der gemeinsamen Verantwortung des Trupps inklusive der Leiterinnen und Leiter.
Die Gemeinschaft des Trupps lebt durch das solidarische Miteinander und das gemeinsame Handeln aller Truppmitglieder. Jeder Trupp entwickelt
und lebt seine eigene Kultur, die zur Entwicklung eines Wir-Gefühls beiträgt.
Der Trupp mit dem Leitungsteam unterstützt die einzelnen Mitglieder bei der Suche nach ihrem Lebensstil und der Entwicklung eigener Lebensentwürfe.
Die Leiterinnen und Leiter helfen dem Trupp, unterschiedliche Bedürfnisse von Mädchen und Jungen zu erkennen und diese gleichberechtigt zu berücksichtigen.
Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben in ihrem Truppalltag die Möglichkeit, die Suche nach Glaube und Werten in dem geschützten Raum des Trupps zu intensivieren und neue Wege der Glaubens-und Sinnsuche zu erfahren. Dies funktioniert nur, wenn die Leiterinnen und Leiter ebenso in ihrem Glauben und ihren Zweifeln als echt wahrgenommen werden.
Durch die Auseinandersetzung mit ihren Werten und den Geschehnissen in der Welt sowie durch altersgemäße Aktions-und Mitbestimmungsformen lernen die Truppmitglieder politisch zu handeln. Sie setzen sich solidarisch für Gerechtigkeit und Toleranz, die Bewahrung der Schöpfung und Freiheit ein.
Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder bauen ihre Kenntnisse in den klassischen Pfadfindertechniken aus. Damit können sie sich besser in der Natur zurecht finden, mit einfachen Mitteln ihr Zeltlager einrichten und das Leben ‚unter freiem Himmel‘ gestalten.
In Unternehmen mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern außerhalb des Stammes lernen sie den Verband und andere Trupps kennen. Durch die persönliche Begegnung können sie neue Freundschaften schließen und ihren Lebensstil, ihre Truppkultur sowie ihre Zukunftsperspektiven mit den anderen vergleichen.
Bei internationalen Begegnungen lernen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder zudem, die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Kultur zu intensivieren. Damit tragen sie persönlich zu mehr Frieden und Toleranz zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft bei.
Struktur der Roverstufe
Das Leben der Roverinnen und Rover im Stamm findet in der Runde statt. Eine Roverrunde besteht in der Regel aus 7 bis 12 Mitgliedern. Bei einer größeren Anzahl von Roverinnen und Rovern ist es sinnvoll, mehrere eigenständige Runden zu bilden.
Die Roverrunde kann für ihre Mitglieder zu einem intensiven Freundeskreis
werden, der seinen eigenen Stil und seine eigene Kultur entwickelt– dies gilt für alle Gruppenphasen: von der Aufnahme über das Arbeiten und Feiern bis hin zur Verabschiedung. Bei Projekten oder besonderen Aktionen bilden einzelne Mitglieder der Runde aufgabenorientierte Kleingruppen.
Die Roverrunde kann Rundensprecherinnen und Rundensprecher wählen, die die Meinungen und Ideen der Runde nach außen hin vertreten. Diese Sprecher und Sprecherinnen ersetzen in keinem Fall die Roverleitung.
Bei der Entscheidung, selbst eine Leitungsfunktion zu übernehmen, erhalten Roverinnen und Rover Unterstützung durch die Roverleitung und die Stammesleitung.
Mitglieder der Roverstufe können aber nicht gleichzeitig die Leitung einer Alterstufe der DPSG übernehmen. Roverinnen und Rover, die eine Leitungsaufgabe in der DPSG übernehmen, scheiden aus der Roverrunde aus. Roverinnen und Rover haben ein Recht auf ihr Rover-Sein – vier Jahre Leben in der Roverstufe sollten nicht unbedacht verschenkt werden.
Quelle: Ordnung der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg